Fenghwa/Fenghua (丰华)

Chinas erster Kugelschreiberhersteller

Stand: 07.04.2026


Nachdem ab 1925 zunehmens die landeseigene Produktion angekurbelt wurde, wurden 1926 die erste Füllfederhalterfabrik und 1935 die erste Bleistift-Fabrik gegründet.
1948 wurde dann Chinas erster Kugelschreiber von der Fenghwa Kugelschreiberfabrik in Shanghai hergestellt.
Der Stift war eine Kopie des Eversharp Kimberly, und die Stahlkugel für die Schreibspitze musste dazugekauft werden.
1954 gab es dann bereits 40 Kugelschreiberfabriken, und es kam 1955 zur großen "Drei-Schreiber-Konferenz", bei der Kooperationen, Umstrukturierung, Fusionierung und Partnerschaft der Firmen beschlossen wurde.
In ähnlicher Sache wurden 1957 107 Fabriken in die Fenghwa Kugelschreiberfabrik eingegliedert.
Bis 1958 verdreifachte sich hierdurch die Kugelschreiberherstellung.

1959 brachte Fenghwa den Kugelschreiber auf den Markt, der für sie der erfolgreichste werden sollte: Der Fenghwa 92 - ein Zweifarbenkugelschreiber.
Zudem war der Anlass die Feier des 10. Jahrestags der Gründung der Volksrepublik Chinas.

Selbst 1988 wurde noch ein neuer 92er entwickelt, der 92-C, welcher allerdings einen anderen Mechanismus trug.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma 1200 Mitarbeiter und eine Jahresproduktion von über 100 Millionen mit über 90 Exportländern.
So findet man Fenghwa-Stifte in einem Teleshopping-Set aus Italien um die 1990er Jahre herum..

Fenghwa ging 2004-2005 insolvent.

Der Fenghwa 92

Zweifarbdrehkugelschreiber

Genutzt wird ein Drehmechanismus: Der Stift ist in zwei ungefähr gleich lange Hälften geteilt und beide sind miteinander verschraubt.
Das Verdrehen der Stifthälften sorgt dafür, dass die Minen mit Mitnehmern in zwei gegeneinanderlaufende Kurvenslots auf und ab geführt werden.
Durch die entgegengesetzte Laufrichtung der Slots werden die Minen natürlich in entgegengesetzte Richtung verschoben.
Die Slots sind an ihren unteren und oberen Enden verbunden. Somit ist eine unendliche Drehung in beide Drehrichtungen möglich.

Zum Festhalten der Minen in ausgefahrener Position wird ein Spring Plunger genutzt.

Die Minen sind aus Kunststoff und haben eine äußerst ungewöhnliche flache, 'geknautschte' Form.

Die Gewinde sind aus Metall. Bei Plastikunterteilen (wie beim 92) wird ein Gewindeeinsatz in den Kunststoff eingelassen.

Dieser Mechanismus und Aufbau wurde bei mehreren Kugelschreibern der "92"-Reihe angewendet. Aber nicht bei 92-C. Dieser trägt einen Chromatic- oder Zebra-Sharbo-ähnlichen Mechanismus aus Metall mit 90°-Drehung nach links und rechts limitiert. Die Minen sind D1-Äquivalente mit entsprechenden Röhrchenaufnahmen.

Andere, nicht-92-Stifte, welche auch in 3- und (wohl auch) 4-Farb-Version hergestellt wurden, nutzten einen dem USUS (Waldmann, 4-Farb-Kuli Rotring) ähnlichen, in eine Drehrichtung limitierten Mechanismus aus Kunststoff.
Bei diesen Stiften ist ein Sichtfenster am unteren Rand der oberen Kappe ausgenommen, welches oft in Pfeilform als Negativ die Drehrichtung und mittels der durch das Fenster sichtbaren Farbe auf der unteren Kappe die Schreibfarbe mitteilte.