Silvano Dolfi Mehrfarbstifte

Italienischer Erfinder

Stand: 24.05.2026



Silvano Dolfi war ein italienischer Erfinder aus Settimo Torinese.
Sein bekanntester Mehrfarbstift war der OHTO DAGGER.


Dolfis besonderer Zweifarbkugelschreiber

1970 entwarf Silvano Dolfi mit IT6739470 einen bisher undokumentierten Sichtwahl-Mehrfarbkugelschreiber, der eine große Überraschung bereithält.


Statt eines Pendels, wie es bei Sichtwahlkugelschreibern üblich ist (und heute gar keine Alternative mehr kennt), wurde eine Kugel genutzt, welche je nach Neigung des Stifts in eine der mit der Schreibmine fluchtenden Löcher fiel, und beim Drücken des Stifts somit die Mine mit nach vorne drückte.
Eine Kugel statt Pendel war keine Neuheit, aber dennoch äußerst ungewöhnlich.

Der Feststellmechanismus ist noch besonderer: Er nutzt einen federnden Arm, der in einer Bahn läuft.
Dieser Mechanismus ist weit bekannt und wird z.B. in kleinen elektronischen Knöpfen verbaut, doch in einem Mehrfarbstift ist er wohl einzigartig.



Ursprünglich war er sogar als Vierfarbkugelschreiber konzipiert. Es ist unklar, warum sich auf 2 Farben beschränkt wurde.



Dieser Stift Dolfis ist für seine unkonventionelle Bauart ein absoluter Geheimtipp. Erkennen tun Sie ihn an seinem verdickten Mittelsegment/Ring, und an den zwei Indikatorpunkten am Druckknopf.


OHTO DAGGER

Der in Japan von OHTO hergestellte Zweifarbenkugelschreiber "DAGGER" trägt einen Aufkleber mit der italienischen Flagge.

Viele wundern sich, was der Grund für diesen Aufkleber sein könnte. Ich gehe davon aus, dass es sich auf das Herkunftsland des Erfinders bezieht.

Das Besondere am DAGGER ist seine flache Form und die zwei nebeneinanderliegenden Schreiböffnungen jeweils für eine der Minen, statt dass wie gewöhnlich beide Minen aus derselben Schreiböffnung hervorgeschoben werden.

Silvano Dolfi meldete 1975 das Patent IT1047287 an (ebenfalls IT1070601, IT1033021).



Es ist ein simpler Kunststoff-Snapfit-Rastmechanismus, wie den meisten Menschen der BIC 4 color bekannt ist.
Der Schieber rastet in einer Freilassung innerhalb des Stifts ein, und wird durch den anderen bei dessem Herunterschieben aus dieser herausgedrückt und von der Zugfeder wieder nach oben gezogen.

Eine lange Zugfeder verbindet die beiden Minen, statt eine Feder für jede Mine zu nutzen. Das Verbinden von zwei Minen mit einer Feder war möglicherweise einfacher/kostensparender, unter anderem weil die Feder keine Aufhängung braucht.

Diese Bauweise kam erstmals um diese Zeit auf und wird heute noch in günstigen Vierfarbstiften praktiziert.

Auch eine 3-farbige Version mit dreieckigem Querschnitt und eine 4-farbige Version mit sechseckigem Querschnitt war Teil seiner Erfindung.

Der Stift findet sich außerhalb Japans unter 'ELITE'. Es handelte sich also sicher nur um eine Lizenzvergabe an OHTO.